hedonistischer solipsismus

schreibonkel

die probleme der musikindustrie als einzig und alleine durch falsche managemententscheidungen und gier ausgeloeste anzusehen, ist weder neu noch interessant, sondern vielmehr einer verkuerzenden kritik der kulturindustrie geschuldet, die nicht die kapitalistische verwertungslogik als das grundlegende gesellschaftliche bewegungsmoment problematisiert, sondern im patriarchalen verhaeltniss zwischen kuenstler und indstrie den guetigen vater vermisst, der wohlwollend dem rebellierenden sohn das geld zusteckt.

Dezimalaspiranz

// Krisensituation/en & ihre spielerische Provokation, sowie Bewältigung am Kacheltisch, unter Einbindung aller Anwesenden. //

1. april, 22:00
ivi, kettenhofweg 130


kacheltisch – discount furniture music

modular und malerisch. die angenehme musik fuer den hintergrund. nehmen sie platz am KACHELTISCH, machen sie es sich gemuetlich. die knoepfe sind fuer alle da.

|

kacheltisch – angebot: moebelmusik

modular and scenic. pleasant background music. take a seat and settle in at the KACHELTISCH. the knobs are for everybody.

KACHELTISCH
KACHELTISCH/majspeis

Radio – gleich

Betong Radio

* Victor Electric -tuetenwein-
* Silberschnitzel
* Bartholomaeus Nacht
* I.Diot -Kopfnuss Verlag- (tbc)
* Lustiger Bob -Kopfnuss Verlag- (tbc)

DONNERSTAG, 11.12.2008, 13:00 bis 14:00 Uhr
Radio X 91,8

Lesung – heute

Betong Lesung

* nah.am.Menschen -tuetenwein-
* Silberschnitzel
* Bartholomaeus Nacht
* Hugo Montenegro
* I.Diot -Kopfnuss Verlag-
* Lustiger Bob -Kopfnuss Verlag-

DONNERSTAG, 11.12.2008, 21:00 Uhr
Knobbe/SIKS, Koblenzer Straße 9, Frankfurt am Main

kaelber auf die schlachtbank

deutschland sucht den superstar, superstars und aehnliche kulturindustrielle erzeugnisse sind die eingestaendnis und reaktion der musikindustrie auf die von ihr selbst erzeugte extreme verkuerzung der verwertung ihrer produkte. wo das one-hit wonder nicht mehr ausnahme sondern regel ist, der pool von musikern nicht mehr ohne kapitalaufwand einfach abgeschoepft, sondern entwickelt werden muss, die kosten also steigen waehrend die verwertungsdauer rapide sinkt, profitmargen nicht nur wegen der restrukturierung des musikmarktes wegbrechen, bietet die ausweitung des verwertungsprozesses auf den produktionsprozess selbst einen ausweg. die durch die kapitalistische verwertung befoerderten autoritaer entindividualisierenden zuege individuellen wie gesellschaftlichen umgangs kommen dabei nicht nur in den aeusserungen der jurymitglieder zum vorschein, sondern sind bereits schon in die koerper der teilnehmer – der sich der schlachtbank selbst praesentierenden kaelber – selbst eingeschrieben.

schwarz ist eine praktische farbe

sie passt einfach zu allem.

deshalb wohl so langweilig.

geld ist zeit

indem die dauer musikalischer ereignisse, seien es konzerte oder aufnahmen, zu einem obzwar nicht wesentlichen, dennoch bewertungsrelevanten kriterium herangezogen wird, geschieht eine umdeutung der musik und der sie rahmenden ereignisse von einer lustbetonten hin zu einer sich kraemerisch windenden, staendig den tauschwert taxierenden sichtweise. das fast schon autoritaer ausbeuterische des ‚ich habe bezahlt, also will ich auch lange unterhalten werden‘ verliert sich und seine lust in der erwartungshaltung eines langen erlebnisses und vergisst dabei vollstaendig die moeglichkeit einer lust an der zeitlichen konzentration, an der kurzen, aber um so heftigeren explosiven darbietung. die forderung nach langen konzerten und vielen zugaben ist wie die forderung nach grossen bildern mit moeglichst vielen farben – sie verkennt das wesen der dinge vollstaendig.

missverstandene ironie

80er jahre popmusik, von michael jacksons ‚beat it‘ bis zu sabrinas ‚boys (summertime love)‘, auf tanzveranstaltungen einer sich fortschrittlich und kritisch gerierenden linksradikalen szene, wird oft im sinne einer ironischen brechung, rekontextualisierung zu gunsten eines politischen hedonismus oder fast schon als expropriation durch aneignung verstanden. politisch sei es allemal, denn das theoretische ruestzeug zur dekonstruktion ist ja vorhanden und das kritische bewusstsein sowieso. es scheinen jedoch vielmehr sehnsuechte nach der kindlichen naivitaet und dem kindlichen glueck, ohne die belastung des sich abzeichnenden notwendigen scheiterns der versuche eines richtigen leben im falschen, dem beschaedigten leben, welche fuer grosse teile der szene die rueckkehr zur musikalischen zuckerwatte verlockend erscheinen lassen. diese ist jedoch nicht einmal ueber einen bezug zur problematischen nerd-kultur, welche sich in einem oftmals maennlich kodierten obskurantismus verschanzt, zu verstehen sondern ist allerhoechstens kuschelrock 1-21, golf gti und grossraumdisko.

pawlowsche versicherung

die unart immer oefter auf sich im rueckwaertsgang bewegende fahrzeuge mit graesslichen, leidlich monoton wirksamen, da sich zu keiner ueberlagerung anbietenden, warngeraeuschen aufmerksam zu machen hat, neben der offensichtlichen verunreinigung des schon stark mitgenommen urbanen klangraumes einen weiteren, weitreichenderen aspekt – den der konditionierung und der damit verbundenen schuldfrage. wer in einiger zeit sich anmassen wird auf spezifische warntoene nicht mit den richtigen, instinkthaften reflexen des wartens, wegspringens, etc. – einem konditionierten hund gleich – zu reagieren, duerfte sich in die rolle des an einem verkehrsunfall schuldigen gedraengt sehen, der darueberhinaus den schadenfall wohl begleichen wird muessen.

entspannender rassismus

so genannte entspannungsmusik, einer der abscheulichsten produkte des musikalisch-industriellen komplexes der spaetkapitalistischen warenoekonomie, uebertrifft mithin in seiner idee und form noch die muzak in fahrstuehlen und warteraeumen. selbst die zeit der entspannung, der moeglichen kontemplation, soll noch von warenfoermigen klaengen ausgefuellt und in einen warenoekonomisch sinnhaften rahmen eingezwungen werden, dem jeder vernunftgeleitete gedankengang so ausgetrieben werden kann. materialaesthetisch greift dieses produkt, dem gedanken des positiven rassismus folgend und insbesondere bei musiken der peripherie eine naturnaehe vermutend, meist auf instrumente, melodien und akkordfolgen aus suedamerika und asien zurueck. die panfloete sowie chinesische vierteltonmelodien werden unter zuhilfenahme von erheblichen echoraeumen zu einem immergleichen, klebrigen stoergeraeusch vereint und in das rauschen von bambsuwaeldern geschickt, um dort ihr grausames dasein zu verbringen.

warteraum

nicht nur ist musik durch zeit als eines ihrer grundlegenden charaktermerkmale von anderen kuensten distinguiert, musiker sind in ihrem taeglichen leben auf diesen besonderen aspekt ihres tuns zurueckgeworfen und muessen sich diesem fuegen. warten als basale aufgabe. indem musiker nicht nur symbole manipulieren, sondern auch die zeit durch ihre taetigkeit verformt wird, wird zeit, oder genauer spezifische zeit in form von warten – der graue, endlos scheinende zeitraum, der meist weder klarheit zur reflexion zulaesst, noch platz fuer anderweitige betaetigungen einraeumt – zu einem der wichtigsten lebensinhalte.

zeit des schlamms

neben der von ihnen zur schau gestellten absoluten verachtung fuer musik, sind open-air festivals – egal ob rock am ring oder punk im ring, ob kommerziell oder nicht – mit der kollektiven regression zu den urspruengen des lebens, die vergeblichen versuche eingeschrieben, das gespaltene subjekt wieder zusammenzufuehren. beim schlammritual reproduziert die johlende menge, unterstuetzt vom autoritaerem duktus des klatschstakkatos, das ’staub bist du und zum staub wirst du zurueckkehren‘ in letzter konsequenz. der geist ist schon tot, beim koerper wird man noch warten muessen. die organisierte, vermeintliche rueckkehr zur natur – der ausbruch – fuehrt nicht in die befreiung, vermag nicht den schleier zu lueften, um einen blick auf moegliches zu gewaehren.

drums of amen

recycling als geschichte. alles aus einer quelle.

atmendes glas

silberschnitzel ladio and him orsting

her breath on glass
und merkit
am 15.07 in der oettinger villa

acht bit behaglichkeit

ist die vorliebe fuer 8-bit elektro bei vielen antideutschen womoeglich eine parallele zu den von antiimps oft bevorzugten ethnoklaengen, welche ueber indigene revolten verbraemt erzaehlen? beide musikalischen vorlieben basieren wohl auf einem romantischen konzept des urspruenglichen, das mit wuenschen nach einer rueckkehr in die behaglichkeit sich zu verschmelzen scheint. zurueck zu kehren in die zeit, als der grosse bruder (ja, meistens der grosse bruder) auf dem C-64, oder einem anderen 8-bit system, sich vergnuegte und zugeschaut werden durfte. zuschauen bei computerspielen eroeffnet die moeglichkeit, sich viel mehr auf nebenaspekte wie z.b. die musik zu konzentrieren, die sich folglich als erinnerung an die behaglichkeit des kindlichen daseins in die synapsen graben. behaglichkeit wird so zu urspruenglichkeit an die man sich gerne erinnern laesst, nach der man unterbewusst verlangt, zu der man sich gehen lassen kann.

destroying QWERTY

beschraenkungen als antriebsmittel.

texte kennen

ist das mitgroehlen bei konzerten nun eine bekundung der zuneigung oder doch die suche nach der gruppe, wobei die integration sogleich von hierarchisierungen begleitet wird, basierend auf spezifischen wissensvorspruengen? ein zutiefst stoerendes und peinliches tun ist es allemal, denn das sich in lautem gegroehle bahn brechende ekstatische erlebnis wird sogleich in die engen grenzen der sinnhaftigkeit verwiesen, indem es mit inhalten belegt wird, mit mehr oder weniger guten, herausposaunten gedankengaengen. selbst wenn der txt richtige positionen bezieht, werden diese durch das parolenhafte de-formuliert und ausgeblendet. die unmoeglichkeit des hoerens, neben einem weit aufgerissenen, spuckefetzen speienden mund stehend und selbst groehlend, muss wohl der gruppenbildungsprozess in progress sein – integration ohne reflexion und kommunikation, ueber das gemeinsame rekurrieren auf angebotene symbole.

bodenbelag

am naechsten morgen, nach dem konzert, sieht nicht nur der saal wuest aus, auch seine haptische topologie hat sich grundlegend geaendert. als haette sie sich parallel zu den perzeptiv-kognitiven verschiebungen entwickelt, die als folge von ausgiebigem konsum und zu wenig schlaf auftreten und alle denk- und wahrnehmungsprozesse in eine langsamere und fokussiertere art zwingen. der raum kann nicht mehr einfach durchschritten werden, die bewegung kann nur fokussiert passieren, die sohlen immer wieder muehsam vom boden abreissend. die ekstase des vorabends belegt den geist, den koerper und den raum mit einem eigentuemlichen klebefilm.

kulturkonservativer einschub

musik als reflexions- und emanzipationsprozess kann nur mit einem aktiven hoerer funtionieren, der bewusste hoersituationen herstellt in denen rezeption ungestoert passieren kann. ist musik lediglich beiwerk fuer den stoischen oder bewegten alltag, so verkommt sie zu einer hintergrundstrahlung und endet in identitaetspolitischem gekreische der grenzziehungen. dabei unterliegt diese identifizierung ironischerweise fast ausschliesslich konditionierungsprozessen, denn das was fuer ‚geschmack‘ gehalten wird ist lediglich ergebnis einer spezifischen reizarmut.

zeitliche implosion

grindcore – tack, tack, tack, oder doch taaaack? die geschwindigkeit der musik (irgendwo ueber 250 bpm) loest sie selbst auf. die blast-beats haben eine frequenz die ein unterscheiden zwischen den einzelnen impulsen unmoeglich macht. stillstand oder sogar eine rueckwaertsbewegung auf der zeitachse. die zeit, als genuine charaktereigenschaft von musik, loest sich auf. wird bei einer explosion in einem kurzen augeblick durch einen starken beschleunigungsimpuls geschwindigkeit und zerstoerung von materie geschaffen, so zerstoeren die impulse des grindcore seine eigene grundsaetzliche materialitaet – zeit – und erzeugen den eindruck einer konzentrierten zeit. implosion. die staendigen musikalischen veraenderungen und wandlugen resultieren im stillstand, als haette der grindcore das neoliberale reform- und anpassungstempo mitsamt seiner gesellschaftlichen petrifikation vorwegnehmen wollen.

integration ist wach

ist der egotronic rmx von ‚drei-tage-wach‘ nun die schon lange erwartete querfront zwischen theoriegeleiteten antideuschen hedonisten und hedonistischen feiernormalos, die ob ihrer nicht bildungsbuergerlichen herkunft ueber kein ideologisches ruestzeug verfuegen ihre feierabendeskapaden theoretisch zu unterfuettern? oder ein subversives projekt, dass durch die mithilfe bei der zerstoerung des volkskoerpers die emanzipation bringen soll?

drei-tage-wach als integrationsmaschine des positiven (oder sogar etwa menschlichen?) patriotismus. das wir konstruiert ueber das gemeinsame erlebnis, das gemeinsame lied, die schoenen fotos und erinnerungen als man sich, total druff und verschallert, in den armen lag. womit man in deutschland wieder bei der tradition des ‚wein, weib und gesang‘ waere, bzw. bei der integrativ-regressiven tendenz, die spachlicher ueberformung insbesondere von elektronischer tanzmusik, inne zu wohnen scheint. das gemeinsame singen, groelen oder kreischen gibt dem individuum scheinbar kraft, transzendiert es und fuegt es in die masse ein. dabei konstruiert nicht nur das ‚wissen‘ um den text das fremde. auch das ‚wollen‘, also der entschluss zur integration, zum gemeinsamen ist notwendig. an maschinengeraeusche eine – in den zu engen grenzen der sprachlichen kommunikation sich festfahrende – erzaehlung zu knuepfen, ist eine regregierung vor die von underground resistance postulierte sonic communication.

spontan

’spontan‘ ist, in seiner vermeintlichen negierung, der ausdruck der reproduktion der zeitlichen zurichtung durch die kapitalistische verwertung.

silber

CBOT Silver 5000 oz – last 17.377

lean hogs

Jul ’08 77.300 77.300 76.800 77.150

aufhebung des raumes

elektronische musik – als reines signal – hat keinen raum, keinen fluchtpunkt, keine dreidimensionalitaet. wenn die erfindung der perspektive in der renaissance die vernichtung der ewigkeit bedeutete, so konstituiert elektronische musik eine neue ewigkeit, die das leben transzendiert. um elektronische musik, oder besser: elektro-akustische signale, mit hilfe von analogen oder digitalen elektronischen instrumenten zu erschaffen braucht es im gegensatz zu bisherigen instrumenten keine luft, denn ihre urspruengliche quelle und ihr traeger ist der modulierte strom oder der zerhackte strom in form von bits. ein interface dass diese akustischen informationen direkt in synaptische signale uebersetzen und so die notwendigkeit von luft als ihren traeger ueberwinden helfen wuerde, ist die letzte konsequenz.

mnml

mnml als geraeuschkulisse des zum blossen funktionieren verkommenen ravens – vom prozess der realen abstraktion, der entkoerperlichung von geraeuschen zu doppelt gespiegelten repraesentationen ihrer selbst, jeglichen ekstatischen moments beraubt. war der techno ein taumelnder abgesang an den zu ende gehenden fordismus mit und durch seine maschinen, so ist mnml die jeder koerperlichkeit beraubte und zum informationsstrom reduzierte tanzanweisung des immateriellen kapitalismus. lohnarbeit als event verbindet sich mit feiern als reinem funktionieren.

lean hogs

May ’08 (LHK08) 82.300

silber

New York Spot (Bid): 16.850 (+0.360)