Archiv für Juli 2008

warteraum

nicht nur ist musik durch zeit als eines ihrer grundlegenden charaktermerkmale von anderen kuensten distinguiert, musiker sind in ihrem taeglichen leben auf diesen besonderen aspekt ihres tuns zurueckgeworfen und muessen sich diesem fuegen. warten als basale aufgabe. indem musiker nicht nur symbole manipulieren, sondern auch die zeit durch ihre taetigkeit verformt wird, wird zeit, oder genauer spezifische zeit in form von warten – der graue, endlos scheinende zeitraum, der meist weder klarheit zur reflexion zulaesst, noch platz fuer anderweitige betaetigungen einraeumt – zu einem der wichtigsten lebensinhalte.

zeit des schlamms

neben der von ihnen zur schau gestellten absoluten verachtung fuer musik, sind open-air festivals – egal ob rock am ring oder punk im ring, ob kommerziell oder nicht – mit der kollektiven regression zu den urspruengen des lebens, die vergeblichen versuche eingeschrieben, das gespaltene subjekt wieder zusammenzufuehren. beim schlammritual reproduziert die johlende menge, unterstuetzt vom autoritaerem duktus des klatschstakkatos, das ’staub bist du und zum staub wirst du zurueckkehren‘ in letzter konsequenz. der geist ist schon tot, beim koerper wird man noch warten muessen. die organisierte, vermeintliche rueckkehr zur natur – der ausbruch – fuehrt nicht in die befreiung, vermag nicht den schleier zu lueften, um einen blick auf moegliches zu gewaehren.

drums of amen

recycling als geschichte. alles aus einer quelle.

atmendes glas

silberschnitzel ladio and him orsting

her breath on glass
und merkit
am 15.07 in der oettinger villa

acht bit behaglichkeit

ist die vorliebe fuer 8-bit elektro bei vielen antideutschen womoeglich eine parallele zu den von antiimps oft bevorzugten ethnoklaengen, welche ueber indigene revolten verbraemt erzaehlen? beide musikalischen vorlieben basieren wohl auf einem romantischen konzept des urspruenglichen, das mit wuenschen nach einer rueckkehr in die behaglichkeit sich zu verschmelzen scheint. zurueck zu kehren in die zeit, als der grosse bruder (ja, meistens der grosse bruder) auf dem C-64, oder einem anderen 8-bit system, sich vergnuegte und zugeschaut werden durfte. zuschauen bei computerspielen eroeffnet die moeglichkeit, sich viel mehr auf nebenaspekte wie z.b. die musik zu konzentrieren, die sich folglich als erinnerung an die behaglichkeit des kindlichen daseins in die synapsen graben. behaglichkeit wird so zu urspruenglichkeit an die man sich gerne erinnern laesst, nach der man unterbewusst verlangt, zu der man sich gehen lassen kann.

destroying QWERTY

beschraenkungen als antriebsmittel.