geld ist zeit

indem die dauer musikalischer ereignisse, seien es konzerte oder aufnahmen, zu einem obzwar nicht wesentlichen, dennoch bewertungsrelevanten kriterium herangezogen wird, geschieht eine umdeutung der musik und der sie rahmenden ereignisse von einer lustbetonten hin zu einer sich kraemerisch windenden, staendig den tauschwert taxierenden sichtweise. das fast schon autoritaer ausbeuterische des ‚ich habe bezahlt, also will ich auch lange unterhalten werden‘ verliert sich und seine lust in der erwartungshaltung eines langen erlebnisses und vergisst dabei vollstaendig die moeglichkeit einer lust an der zeitlichen konzentration, an der kurzen, aber um so heftigeren explosiven darbietung. die forderung nach langen konzerten und vielen zugaben ist wie die forderung nach grossen bildern mit moeglichst vielen farben – sie verkennt das wesen der dinge vollstaendig.